Bundeswehr Musterung erfahrung

Prof. Dr. Martin ElbeZentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw)Zeppelinstraße 127/128, 14471 PotsdamE-Mail: martinelbe@bundeswehr.org Erholung, Lernen und Gerechtigkeit werden alle maßgeblich von den Servicegruppen (Eta2) beeinflusst. Aktive Soldaten bewerten Gesundheit und Erholung als verwandte Konstruktionen sowie Lernen und Gerechtigkeit, was auch eine Korrelationsanalyse zeigt: rPearson ist zwischen allen vier Indizes signifikant, aber nur die Kombinationen von Soziopsychologischem Gesundheitsindex und Militär-Familien-Anpassungsindex haben hohe Werte (rPearson = .51***) auf der einen Seite und Learning Index and Justice Index auf der anderen Seite (rPearson = .47***). Das Wohlbefinden wird durch mehr Faktoren beeinflusst, wobei strukturelle und persönliche Aspekte involviert sind. Strukturell fördert die “Agenda für Attraktivität” der Bundeswehr insbesondere das betriebliche Gesundheitsmanagement als einen von acht Maßnahmenbereichen. Da 9,8 % der Soldaten angeben, persönlich am Programm teilgenommen zu haben, und 32,2 % Auswirkungen auf ihr direktes Arbeitsumfeld hatten, haben 57,9 % bisher keine Auswirkungen gesehen. Dennoch sind 59,3 % der Meinung, dass sich das betriebliche Gesundheitsmanagement positiv auf die Attraktivität der Bundeswehr als Arbeitgeber auswirkt und es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Bewertung des betrieblichen Gesundheitsmanagements und dem Soziopsychologischen Gesundheitsindex (rPearson = .17***) gibt. Tabelle 3 zeigt die Daten und Abbildung 3 zeigt die Wechselbeziehung zwischen den beiden Variablen. Kastner [14, 15] stellt Führung und Gesundheit in den Kontext eines ganzheitlichen, integrativen, nachhaltigen und systemorientierten Leistungs- und Gesundheitsmanagements.

Er stellt fest, dass es Verbindungen zwischen Organisationskultur, Führung, Leistung und Gesundheit gibt, die nicht in einfache Systeme gepresst werden können. Um eine kultur zu fördern, die der Gesundheit förderlich ist, ist es notwendig, Arbeitsgestaltung und gute Führung so zu integrieren, dass Leistung und Gesundheit gleichermaßen berücksichtigt werden. Dies geschieht insbesondere durch die Vermittlung von Anerkennung und Wertschätzung. Seit mehreren Jahren weist Westermayer in seiner Langzeitstudie über den Zusammenhang zwischen Arbeit und Gesundheit (mit rund 25.000 Befragten) darauf hin, dass neben dem Leadership Learning einer der wichtigsten Einflussfaktoren für die Gesundheit ist [28]. Zinner/Elbe/Lange [30] entwickelt in seiner Anthologie Gesundheitscoaching als spezifischen Ansatz zur Gesundheitsförderung unter Arbeitsbedingungen. Basierend auf zentralen Problemen im Bereich Management und Gesundheit wie Organisationskultur und Sozialisation werden die relevanten Systeme und Akteure identifiziert und, aufbauend darauf aufbauend, praktische Gestaltungs-, Entwicklungs- und Kompetenzperspektiven für Coaching als Führungsaufgabe vorgestellt. Wie McMahon/Williams/Tapsell [20] zeigen, gibt es eine breite Diskussion in allen Disziplinen, ob Wellness oder Wohlbefinden ein geeignetes Konzept wäre, um eine erweiterte Perspektive auf Gesundheit zu bekommen. Gesundheit ist – im Gegensatz zur Krankheit als Erkrankung – noch nicht ausreichend definiert [9], kann aber im grundlegenden Sinne als die Erfahrung bezeichnet werden, körperlich und geistig in einem angemessen guten Zustand zu sein. Das Wohlbefinden umfasst eine breitere Perspektive als die Gesundheit, es bezieht sich auf ein Gefühl der Kohärenz [1], einen Zustand der Zufriedenheit mit der Gesamtsituation, während Wellness scheint sich auf einen Zustand der Zufriedenheit mit einer eher temporären Abdeckung zu beziehen. Im Zusammenhang mit Fragen der Arbeitsgesundheit wird nicht so sehr das kurzfristige Konzept des Wohlbefindens angestrebt, sondern ein längerfristig erdender Sinn für Kohärenz, der aus arbeitswissenschaftlicher Sicht in der Arbeitszufriedenheit zu finden ist.